Natron, Soda, Zitronensäure, Spülmittel und wiederverwendbare Putzflaschen auf einer Arbeitsfläche
|

10 DIY-Putzmittel mit Hausmitteln: einfache Ideen für deinen Haushalt

Ich kenne dieses Gefühl ziemlich gut: Man öffnet den Putzschrank und dort stehen plötzlich 8 verschiedene Flaschen. Eine fürs Bad, eine gegen Fett, eine für Glas, eine fürs WC, eine für Kalk – und bei manchen weiß man irgendwann nicht einmal mehr genau, warum man sie überhaupt gekauft hat.

Dabei braucht man für viele normale Verschmutzungen im Haushalt gar keinen eigenen Spezialreiniger.

Ein paar einfache Grundzutaten reichen für erstaunlich viele Aufgaben aus.

Das bedeutet aber nicht, dass Hausmittel automatisch harmlos, umweltfreundlich oder für jede Oberfläche geeignet sind.

Genau deshalb machen wir es nicht nach dem Motto:

„Einfach alles zusammenschütten, was gerade im Küchenschrank steht.“

Stattdessen bekommst du 10 einfache DIY-Ideen mit klaren Einsatzbereichen – und genauso wichtig: mit Hinweisen dazu, wo du sie besser nicht verwendest.

Wenn du generell prüfen möchtest, bei welchen Drogerieprodukten sich einfache Alternativen lohnen können, passt dazu auch mein Artikel Drogerie-Einkauf: 7 Dinge, die du ab heute nicht mehr teuer kaufen musst.

Diese 5 Grundlagen reichen für viele DIY-Putzmittel

Für die folgenden Ideen brauchst du hauptsächlich:

  • Natron
  • Waschsoda
  • Zitronensäure
  • mildes Handspülmittel
  • Kernseife
  • Wasser

Natron und Soda sind dabei nicht dasselbe.

Natron ist Natriumhydrogencarbonat und vergleichsweise mild.

Waschsoda* ist Natriumcarbonat und deutlich alkalischer. Es eignet sich deshalb eher für stärkere fettige Verschmutzungen, muss aber auch vorsichtiger verwendet werden.

Und Zitronensäure kommt vor allem dort ins Spiel, wo Kalk das eigentliche Problem ist.

🧽 WTF-Fakt: Für einen normalen Haushalt reichen laut Verbraucherzentrale im Grunde wenige Reinigertypen aus: Allzweckreiniger, Spülmittel, Scheuermittel und ein saurer Reiniger gegen Kalk. Für jede einzelne Oberfläche eine eigene Spezialflasche zu kaufen, ist normalerweise nicht nötig.

Wichtig: Diese Sicherheitsregeln gelten für alle DIY-Reiniger

Bevor wir anfangen, kommt der wichtigste Teil des Artikels.

Reiniger niemals wahllos miteinander mischen

Besonders wichtig:

Chlorhaltige Reiniger dürfen niemals mit Zitronensäure, Essig, Entkalkern oder anderen sauren Reinigern kombiniert werden.

Getrennte Hausmittel, beschriftbare Sprühflaschen und Handschuhe auf einer Putzfläche

Dabei kann gefährliches Chlorgas entstehen.

Das gilt auch dann, wenn die Mittel direkt nacheinander auf derselben Fläche benutzt werden und noch Rückstände vorhanden sind.

Außerdem wichtig

  • Reiniger immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • DIY-Mischungen niemals in Trinkflaschen oder Lebensmittelbehälter füllen.
  • Jede Flasche eindeutig beschriften.
  • Neue Mischungen zuerst an einer unauffälligen Stelle testen.
  • Pulver wie Soda und Zitronensäure nicht einatmen.
  • Kontakt mit Augen vermeiden.
  • Bei Soda am besten Haushaltshandschuhe tragen.
  • Nie verschiedene DIY-Rezepte miteinander kombinieren, nur weil es schön schäumt.
  • Reinigungs- und Pflegehinweise des Herstellers einer Oberfläche gehen immer vor.

Für selbstgemachte Reiniger finde ich wiederverwendbare Sprühflaschen mit beschriftbaren Etiketten* praktisch. Du kannst natürlich genauso eine vorhandene geeignete Reinigerflasche weiterverwenden, wenn sie gründlich gereinigt wurde und eindeutig als Putzmittel erkennbar bleibt.

Wenn du Putzmittel, Vorräte und Haushaltshelfer generell übersichtlicher lagern möchtest, findest du in Abstellkammer & Hauswirtschaftsraum organisieren: Einfaches System für mehr Ordnung noch ein passendes Ordnungssystem.

Wie lange halten selbstgemachte Reiniger?

Bei wasserhaltigen DIY-Mischungen würde ich keine pauschale Haltbarkeit von mehreren Monaten versprechen.

Sie enthalten schließlich normalerweise keine Konservierungsmittel.

Mein Ansatz ist deshalb einfach:

Lieber kleine Mengen frisch ansetzen als große Flaschen auf Vorrat mischen.

Viele der folgenden Rezepte sind deshalb bewusst auf ungefähr 250 bis 500 ml ausgelegt.

1. Milder Allzweckreiniger mit Spülmittel

Das ist wahrscheinlich die unspektakulärste Mischung im ganzen Artikel.

Und genau deshalb mag ich sie.

Für normalen Alltagsschmutz brauchst du nicht immer Soda, Säure oder irgendeinen Spezialreiniger. Ein wenig Spülmittel reicht auf vielen abwaschbaren Oberflächen vollkommen aus.

Du brauchst

  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 1 Teelöffel mildes Handspülmittel

So geht’s

Wasser und Spülmittel langsam vermischen.

Nicht wild schütteln – sonst hast du vor allem eine Flasche voller Schaum.

Du kannst die Mischung entweder in einer kleinen Schüssel verwenden oder eine saubere Sprühflasche damit befüllen.

Anwendung

Etwas Reiniger auf ein feuchtes Tuch geben und die Fläche abwischen.

Bei Oberflächen mit Lebensmittelkontakt anschließend noch einmal mit einem sauberen feuchten Tuch nachwischen.

Gut geeignet für

  • viele abwaschbare Kunststoffflächen
  • lackierte Küchenfronten, sofern freigegeben
  • Arbeitsflächen
  • Tische
  • Schrankoberflächen
  • normale Alltagsspuren

Lieber nicht verwenden bei

  • empfindlichen Materialien ohne vorherigen Test
  • unbehandeltem Holz
  • Oberflächen, deren Hersteller nur spezielle Pflegemittel erlaubt

Mein Tipp: Verwende wirklich nur wenig Spülmittel. Zu viel davon sorgt eher für Rückstände und Schlieren als für bessere Reinigung.

2. Einfacher Soda-Fettlöser für robuste Küchenflächen

Wenn Fett das eigentliche Problem ist, kann Waschsoda sinnvoll sein.

Soda ist deutlich alkalischer als Natron und sollte deshalb auch nicht so behandelt werden, als wäre es ein völlig harmloses Küchenpulver.

Du brauchst

  • 500 ml warmes Wasser
  • 1 Teelöffel Waschsoda

So geht’s

Soda vollständig im Wasser auflösen.

Dabei möglichst nicht über dem Pulver einatmen und anschließend Hände waschen beziehungsweise Haushaltshandschuhe verwenden.

Anwendung

Die Lösung auf ein Tuch geben und fettige Verschmutzungen abwischen.

Danach mit klarem Wasser nachwischen.

Gut geeignet für

  • robuste abwaschbare Kunststoffflächen
  • geeignete Fliesen
  • robuste Küchenoberflächen
  • fettige Verschmutzungen

Lieber nicht verwenden bei

  • Aluminium
  • unbehandeltem Holz
  • empfindlichen Lackflächen
  • empfindlichen Hochglanzoberflächen
  • Materialien, bei denen du dir über die Verträglichkeit unsicher bist

Bei unbekannten Oberflächen würde ich immer erst einen kleinen versteckten Bereich testen.

3. Zitronensäure-Reiniger gegen Kalk

Für Kalk brauchen wir keine aggressive Mischung aus mehreren Hausmitteln.

Leichte Kalkablagerungen an einer Armatur werden mit einem Tuch gereinigt

Hier reicht eine Säure.

Ich verwende dafür lieber Zitronensäure als Essigessenz.

Du brauchst

  • 250 ml lauwarmes Wasser
  • 1 Teelöffel Zitronensäurepulver

So geht’s

Die Zitronensäure vollständig im Wasser auflösen.

Keine zusätzlichen Reiniger hineingeben.

Anwendung

Auf eine geeignete verkalkte Fläche auftragen, kurz einwirken lassen und anschließend gründlich mit Wasser abspülen beziehungsweise nachwischen.

Bei starkem Kalk lieber wiederholen, statt die Konzentration immer weiter zu erhöhen.

Gut geeignet für

  • geeignete Fliesen
  • viele Duschflächen
  • geeignete Waschbecken
  • Kalkränder auf säurebeständigen Oberflächen

Lieber nicht verwenden bei

  • Marmor
  • Kalkstein
  • anderen säureempfindlichen Natursteinen
  • empfindlichen Fugen
  • unbekannten Metalloberflächen
  • Oberflächen, für die der Hersteller Säuren ausschließt

Vor allem bei Armaturen würde ich nicht unnötig lange einwirken lassen und anschließend gut mit Wasser nachspülen.

4. Einfacher Glasreiniger aus Wasser und Spülmittel

Für Fenster braucht es oft erstaunlich wenig.

Das eigentliche Geheimnis ist meiner Erfahrung nach eher:

wenig Reiniger + sauberes Tuch + ordentlich abziehen.

Du brauchst

  • etwa 1 Liter lauwarmes Wasser
  • 2 bis 3 Tropfen Handspülmittel

Ja – wirklich nur ein paar Tropfen.

So geht’s

Das Spülmittel in das Wasser geben und kurz verteilen.

Anwendung

Fenster mit einem sauberen Tuch abwischen und anschließend mit einem Fensterabzieher von oben nach unten abziehen.

Ränder mit einem trockenen Tuch nachwischen.

Praktisch sind waschbare Reinigungstücher oder Mikrofasertücher*. Ein vorhandenes sauberes Baumwolltuch funktioniert natürlich ebenfalls.

Gut geeignet für

  • normale Fensterscheiben
  • viele Spiegel
  • Glasflächen

Lieber nicht verwenden bei

  • beschichteten Spezialgläsern ohne vorherigen Blick in die Pflegehinweise
  • elektronischen Displays

Und auch hier gilt:

Mehr Spülmittel macht das Fenster nicht automatisch sauberer. Zu viel Reiniger kann sogar zusätzliche Schlieren hinterlassen.

5. Natron-Scheuerpaste für hartnäckige Verschmutzungen

Natron ist für mich vor allem dann praktisch, wenn reines Wischen nicht mehr reicht und etwas mechanische Unterstützung helfen kann.

Die Paste sollte aber nicht auf jeder glänzenden Oberfläche landen.

Du brauchst

  • 3 Esslöffel Natron
  • etwa 1 Esslöffel Wasser

So geht’s

Natron und Wasser zu einer weichen Paste verrühren.

Wenn sie zu trocken ist, tropfenweise etwas Wasser ergänzen.

Anwendung

Eine kleine Menge auf die Verschmutzung geben und vorsichtig mit einem feuchten Tuch oder Schwamm bearbeiten.

Nicht mit voller Kraft schrubben.

Anschließend gründlich mit Wasser entfernen.

Gut geeignet für

  • robuste, kratzunempfindliche Flächen
  • manche Spülbecken
  • hartnäckige punktuelle Verschmutzungen

Lieber nicht verwenden bei

  • empfindlichem Hochglanz
  • polierten Oberflächen
  • Acrylglas
  • kratzempfindlichen Beschichtungen
  • empfindlichem Naturstein

Natron kann mechanisch wirken. Deshalb ist ein Materialtest hier besonders wichtig.

6. Natronpaste für den Backofen

Eingebrannte Spritzer im Backofen sind genau die Art von Schmutz, bei der ich lieber erst eine milde Paste einwirken lasse, bevor ich zu einem aggressiven Backofenspray greife.

Natronpaste wird auf eine geeignete verschmutzte Innenfläche eines kalten Backofens aufgetragen

Du brauchst

  • 3 Esslöffel Natron
  • 1 bis 2 Esslöffel Wasser
  • optional 1 kleinen Tropfen Spülmittel

So geht’s

Alles zu einer streichfähigen Paste verrühren.

Der Backofen muss dabei kalt und ausgeschaltet sein.

Anwendung

Die Paste dünn auf geeignete verschmutzte Innenflächen geben.

Heizelemente, Lüfteröffnungen und empfindliche Beschichtungen aussparen.

Etwa 30 bis 60 Minuten einwirken lassen und anschließend mit einem feuchten Tuch gründlich entfernen.

Bei sehr starken Verkrustungen lieber noch einmal wiederholen.

Gut geeignet für

  • geeignete emaillierte Innenflächen
  • einzelne eingebrannte Spritzer
  • robuste Backbleche, sofern der Hersteller dies erlaubt

Lieber nicht verwenden bei

  • Aluminium
  • katalytischen oder speziellen selbstreinigenden Beschichtungen
  • Heizstäben
  • Lüfteröffnungen
  • Oberflächen, bei denen die Bedienungsanleitung Natron oder Scheuermittel ausschließt

Gerade beim Backofen würde ich deshalb vorher tatsächlich einmal in die Anleitung schauen.

7. Zitronensäure-Reiniger für Kalk im WC

Auch im WC muss nicht jedes Mal ein stark ätzender Spezialreiniger zum Einsatz kommen.

Bei Kalk- und Urinsteinablagerungen kann ein saurer Reiniger auf Basis von Zitronensäure sinnvoll sein.

Du brauchst

  • 250 ml lauwarmes Wasser
  • 1 Esslöffel Zitronensäurepulver

So geht’s

Zitronensäure im Wasser vollständig auflösen.

Anwendung

Die Lösung auf die betroffenen Bereiche der WC-Keramik geben.

Kurz einwirken lassen, mit der WC-Bürste bearbeiten und anschließend spülen.

Bei hartnäckigen Ablagerungen lieber wiederholen.

Ganz wichtig

Nicht verwenden, wenn gleichzeitig oder kurz vorher ein chlorhaltiger WC-Reiniger benutzt wurde.

Reiniger niemals miteinander mischen.

Gut geeignet für

  • normale säurebeständige WC-Keramik
  • Kalkablagerungen
  • Urinstein

Lieber nicht verwenden bei

  • säureempfindlichen Materialien
  • unbekannten Beschichtungen
  • gleichzeitiger Verwendung anderer WC-Reiniger

Chemische Abflussreiniger würde ich übrigens ebenfalls nicht als DIY-Ziel nachbauen. Bei verstopften Abflüssen ist eine mechanische Lösung mit Saugglocke oder Reinigungsspirale meist der sinnvollere erste Schritt.

8. Milder Reiniger für Kühlschrank und Hochstuhl

Gerade an Stellen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, brauche ich keinen möglichst stark riechenden Reiniger.

Abwaschbare Küchenfläche wird mit einem feuchten Tuch und milder Reinigungslösung gesäubert

Hier halte ich es lieber sehr einfach.

Du brauchst

  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 1 Teelöffel mildes Handspülmittel

So geht’s

Beides vermischen.

Ich würde diese Mischung frisch ansetzen und nicht wochenlang in einer Flasche stehen lassen.

Anwendung

Mit einem sauberen Tuch:

  • Kühlschrankfächer
  • geeignete Ablagen
  • Hochstuhlflächen
  • abwaschbare Tischflächen

reinigen.

Anschließend mit einem zweiten Tuch und klarem Wasser nachwischen.

Danach trocknen lassen.

Gut geeignet für

  • viele abwaschbare Kunststoffflächen
  • Glasablagen
  • geeignete Hochstuhloberflächen
  • Flächen rund um Lebensmittel

Lieber nicht verwenden bei

  • elektronischen Bauteilen
  • unbehandeltem Holz
  • Materialien, deren Hersteller andere Pflegevorgaben macht

Und wichtig:

Ob etwas „natürlich“ klingt, sagt nichts darüber aus, ob Kinder es trinken oder anfassen dürfen.

Auch Natron, Soda, Zitronensäure und DIY-Reiniger gehören sicher weggeräumt.

9. Natronpaste für Fugen und kleine Problemstellen

Fugen können irgendwann grau oder fleckig aussehen, obwohl die Fliesen selbst längst sauber sind.

Für punktuelle Verschmutzungen kann eine kleine Natronpaste helfen.

Du brauchst

  • 2 Esslöffel Natron
  • ungefähr 1 Esslöffel Wasser
  • eine alte weiche Zahnbürste oder kleine Bürste

So geht’s

Natron und Wasser zu einer Paste verrühren.

Anwendung

Zuerst an einer unauffälligen Stelle testen.

Dann eine kleine Menge auf die verschmutzte Fuge geben, vorsichtig bürsten und anschließend gründlich mit Wasser entfernen.

Gut geeignet für

  • robuste helle Fliesenfugen
  • kleine punktuelle Verschmutzungen

Lieber nicht verwenden bei

  • Naturstein
  • farbigen Fugen ohne vorherigen Test
  • beschädigten oder bröselnden Fugen
  • empfindlichen Silikonflächen

Wenn Fugen dauerhaft dunkel oder fleckig bleiben, sollte außerdem geklärt werden, ob tatsächlich nur Schmutz dahintersteckt.

10. Milde Kernseifenlösung für abwaschbare Oberflächen

Kernseife ist ein Klassiker – aber auch sie muss nicht in riesigen Mengen im Putzwasser landen.

Eine kleine Menge reicht.

Du brauchst

  • 500 ml warmes Wasser
  • etwa 1 Teelöffel fein geriebene, möglichst unparfümierte Kernseife

So geht’s

Die Kernseife im warmen Wasser vollständig auflösen.

Vor der Anwendung etwas abkühlen lassen.

Anwendung

Mit einem feuchten Tuch dünn auf die Oberfläche geben und reinigen.

Danach mit klarem Wasser nachwischen, damit kein Seifenfilm zurückbleibt.

Gut geeignet für

  • viele robuste abwaschbare Flächen
  • geeignete Kunststoffoberflächen
  • bestimmte lackierte Flächen nach vorherigem Test

Lieber nicht verwenden bei

  • unbehandeltem Holz
  • empfindlichem Naturstein
  • empfindlichem Hochglanz
  • Materialien, bei denen Seifenrückstände problematisch sein können

Auch diese Mischung würde ich lieber frisch beziehungsweise in kleinen Mengen herstellen.

Warum wir ätherische Öle bewusst weglassen

In vielen DIY-Rezepten landet automatisch:

  • Zitronenöl
  • Orangenöl
  • Lavendelöl
  • Teebaumöl

weil der Reiniger danach vermeintlich „natürlicher“ wirkt.

Für die Reinigung selbst brauchen wir diese Duftstoffe aber nicht.

Und natürlich bedeutet nicht automatisch harmlos.

Das Umweltbundesamt weist beispielsweise darauf hin, dass Limonen aus Orangenöl Allergien auslösen und Wasserorganismen belasten kann.

Ich halte es deshalb lieber einfach:

Der Reiniger soll reinigen. Er muss nicht gleichzeitig die Wohnung parfümieren.

🌿 WTF-Fakt: Selbstgemacht bedeutet nicht automatisch umweltfreundlicher. Entscheidend sind die verwendeten Stoffe, ihre Menge und ihre Anwendung. Auch ein DIY-Reiniger kann Umwelt, Materialien oder Gesundheit unnötig belasten.

Wenn du Verpackungen und Einwegprodukte im Haushalt generell reduzieren möchtest, findest du in Zero Waste im Haushalt: 11 praktische Alternativen, die wirklich funktionieren noch weitere Ideen, die über Putzmittel hinausgehen.

So würde ich die DIY-Reiniger im Alltag verwenden

Du musst dir jetzt nicht 10 Flaschen fertig mischen und nebeneinander in den Schrank stellen.

Ordentlicher Putzschrank mit wenigen Sprühflaschen, Hausmitteln, Tüchern und Handschuhen

Das würde genau wieder zu dem Problem führen, das wir eigentlich vermeiden wollen.

Ich würde stattdessen nur wenige Grundzutaten lagern und je nach Aufgabe entscheiden:

Fett?

Spülmittel oder – bei geeigneten robusten Flächen – etwas Soda.

Kalk?

Zitronensäure.

Hartnäckiger Schmutz auf robuster Fläche?

Natronpaste beziehungsweise mechanische Reinigung.

Normale Alltagsspuren?

Wasser, Spülmittel und ein gutes Tuch.

Das ist übersichtlicher und verhindert gleichzeitig, dass monatelang irgendwelche selbst gemischten Flaschen im Schrank stehen.

Weniger Reiniger heißt nicht weniger sauber

Im normalen Privathaushalt ist Desinfektion für Küche, Bad und andere alltägliche Flächen normalerweise nicht nötig.

Wichtiger sind:

  • regelmäßig reinigen
  • Verschmutzungen möglichst zeitnah entfernen
  • Putztücher sauber halten
  • Schwämme austauschen, wenn sie riechen
  • Hände waschen
  • geeignete Reiniger korrekt dosieren

Wenn du aus diesen einfachen Mitteln eine schnelle Routine machen möchtest, passt dazu meine 15-Minuten-Blitzputz-Routine. Dort geht es darum, die wichtigsten Bereiche im Alltag schnell wieder in einen ordentlichen Zustand zu bringen.

Häufige Fragen zu selbstgemachten Putzmitteln

Für viele einfache Anwendungen reichen bereits wenige Grundlagen:

  • mildes Spülmittel
  • Natron
  • Waschsoda
  • Zitronensäure
  • gegebenenfalls Kernseife

Du brauchst nicht für jeden Raum eine komplett andere Sammlung.

Entscheidender ist, den Reiniger passend zur Verschmutzung und zum Material auszuwählen.

Besonders wichtig ist:

Chlorhaltige Reiniger niemals mit Zitronensäure, Essig, Entkalkern oder anderen sauren Reinigern mischen.

Dabei kann giftiges Chlorgas entstehen.

Auch Reiniger, deren Zusammensetzung du nicht genau kennst, würde ich nicht miteinander kombinieren.

Benutze lieber 1 passendes Mittel, entferne es vollständig und spüle die Fläche gegebenenfalls gründlich ab.

Zitronensäure gehört nicht auf säureempfindliche Materialien.

Dazu zählen insbesondere:

  • Marmor
  • Kalkstein
  • viele andere kalkhaltige Natursteine
  • empfindliche Fugen und Beschichtungen

Auch bei Metallen und Armaturen sollte die Materialverträglichkeit vorher geprüft und die Säure nicht unnötig lange einwirken gelassen werden.

Im Zweifel gelten immer die Pflegehinweise des Herstellers.

Dafür würde ich keine allgemeine Zahl nennen.

Wasserhaltige DIY-Reiniger besitzen in der Regel kein auf die Rezeptur abgestimmtes Konservierungssystem.

Deshalb setze ich lieber kleine Mengen an und verbrauche sie zeitnah.

Wenn sich:

  • Geruch
  • Farbe
  • Konsistenz
  • Aussehen

verändern, würde ich die Mischung nicht weiter verwenden.

Und natürlich muss jede Flasche eindeutig beschriftet und kindersicher gelagert werden.

Nein.

Weniger Verpackung oder weniger unterschiedliche Spezialprodukte können Vorteile haben.

Ob ein Reiniger insgesamt umweltfreundlicher ist, hängt aber auch davon ab:

  • welche Stoffe verwendet werden
  • wie viel davon eingesetzt wird
  • wie sie in der Umwelt wirken
  • wie gut sie biologisch abbaubar sind
  • ob unnötig viel dosiert wird

Auch bei Hausmitteln gilt deshalb:

Weniger ist oft mehr.

Fazit: Beim Putzen muss nicht alles miteinander reagieren

DIY-Putzmittel können praktisch sein.

Vor allem dann, wenn du nicht versuchst, aus 8 Zutaten einen angeblichen Wunderreiniger für jede Oberfläche zu bauen.

Für mich ergibt eine viel einfachere Logik mehr Sinn:

  • Spülmittel gegen normalen Fett- und Alltagsschmutz
  • Soda für stärkere Fettverschmutzungen auf geeigneten robusten Flächen
  • Zitronensäure gegen Kalk
  • Natron als milde Scheuerhilfe
  • Kernseife für geeignete abwaschbare Oberflächen

Mehr braucht es für viele alltägliche Aufgaben gar nicht.

Wichtig ist aber immer:

Das passende Mittel für die passende Oberfläche.

Und vor allem:

Reiniger nicht wahllos mischen.

Wenn du mit wenigen Mitteln anschließend möglichst schnell durch den Haushalt kommen möchtest, findest du in meiner 15-Minuten-Blitzputz-Routine eine einfache Struktur für den Alltag.

Und wenn dein eigentliches Problem eher darin besteht, dass Flaschen, Tücher und Haushaltsvorräte überall herumstehen, hilft dir Abstellkammer & Hauswirtschaftsraum organisieren: Einfaches System für mehr Ordnung dabei, dafür einen festen Platz zu schaffen.

Du brauchst keinen Putzschrank voller Spezialflaschen.

Ein paar sinnvolle Grundlagen, die richtige Dosierung und zu wissen, wo du welches Mittel besser nicht verwendest, bringen dich deutlich weiter.

Quellen und weiterführende Informationen

Für die allgemeinen Aussagen zu sicherem Reinigen, Haushaltschemikalien, Kalkreinigern, Desinfektionsmitteln und DIY-Putzmitteln wurden insbesondere folgende Quellen verwendet:

Umweltbundesamt – Weniger ist mehr: umweltfreundlich reinigen
Hinweise zu wenigen sinnvollen Grundreinigern, Desinfektionsmitteln, chlorhaltigen Reinigern, Essigessenz, Duftstoffen und zur sicheren Aufbewahrung.

Umweltbundesamt – Hygiene im Privatbereich
Informationen zur normalen Haushaltsreinigung und dazu, dass für alltägliche Flächen einfache Reinigungsmittel in der Regel ausreichen.

Verbraucherzentrale – Umweltfreundliche Putzmittel: Vier Mittel reichen für den Hausputz
Hinweise zu Spülmittel, Allzweckreiniger, Scheuermitteln und Zitronensäure beziehungsweise sauren Reinigern sowie zu säureempfindlichen Materialien.

gesund.bund.de – Haushaltschemikalien und Gesundheit
Sicherheitshinweise zu gefährlichen Reinigungsmittel-Kombinationen, insbesondere chlorhaltigen und sauren Reinigern.

Ähnliche Beiträge